Rheton ῥητόν

Schlagwort: Rhetorik des Stils

elocutio und Stilistik

  • Rhetorische Systematik

    Grundlagenartikel zur Rhetorik von Th. Schirren, in: Ulla Fix, A. Gardt: Handbuch zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 31.1 (De Gruyter: Berlin / New York 2008): Schirren: Theoriegeschichte der Rhetorik und Stilistik 1–26 Schirren: Redeabsicht und Wirkungsmodi (docere, delectare, movere) 598–602 Schirren: Funktionalgattungen der Rede (genera causarum) (Genera causarum) 602–610 Schirren: Redesachverhaltsfeststellung (Statuslehre) 610–620 Schirren: Die Produktionsstadien…

  • 2011 Satuer Rhetorik und Stilistik-02

    Rhetorik und Stilistik Die kommenden SATÜR wollen sich dem Thema „Rhetorik und Stilistik“ widmen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass man einerseits angewandte Rhetorik gerne mit der gelungenen, wo nicht geschliffenen Formulierung assoziiert, andererseits aber „bloße Rhetorik“ als eine Methode versteht, mangelnden Inhalt durch eine gefällige Form zu kaschieren. Mit barocker Rhetorik gar ist eine…

  • Natura

    Natura, auf Griechisch φύσις; phýsis lässt sich als „natürliche Anlage“ ins Deutsche übersetzen. Durch sie erlangt ein Mensch die Fähigkeit das Reden zu gestalten. Des Weiteren ist die natura die individuell ausgeprägte Basis für das kunstvolle Reden, das durch die lehrbare Redekunst (docrina, ars) und Übung (exercitatio, usus) erworben wird.[1]

  • Produktionsstadien

    inventio Das griechische Wort heuresis, lateinisch inventio oder deutsch Auffindung/Erfindung findet seinen Ursprung in der Antike und stand für das Finden von Stoffen in allen Teilen der Rede, als erstes der fünf Produktionsstadien der Rede. Heute wird der Begriff mit dem Eruieren evidenter Argumentationen gleichgesetzt. Diese Auffindung wahrer oder zumindest schlüssiger und wahrscheinlicher Beweisführungen bildet…

  • Niveau der Textgestaltung

    Demetrios Im Gegensatz zu der in der Antike üblichen Dreistillehre kreierte ein gewisser, bis heute nicht identifizierter Demetrios im ersten Jahrhundert vor Christus ein System mit vier Charakteren: einem großartigen/erhabenen (charakter megaloprepes), einen schlichten/einfachen (charakter ischnos), einen eleganten/glatten (charakter glaphyros) und einen gewaltigen (charakter deinos).

  • Zwillingsformel

    (auch: Paarformel, Wortpaar) Kennzeichen der Zwillingsformel ist das gemeinsame Auftreten zweier oder mehrerer Worte, die meist durch „und“ verbunden sind („fix und fertig“). Dies muss aber nicht immer der Fall sein. Es gibt auch andere Formen, wie zum Beispiel „von Kopf bis Fuß“. Bindewörter, Präpositionen oder Vergleichsartikel können jedoch auch ganz entfallen, wie im Beispiel…

  • Trikolon

    (griechisch: tríkolon; lateinisch: tricolum, teriugum; deutsch: Drillingsformel) Wie der Name schon sagt (tri = drei), besteht das Trikolon aus drei Satzgliedern oder Sätzen. Es besteht aus einer Aufeinanderfolge zweier oder mehrerer Glieder (kolon = Glied). Im HWRh ist zu lesen, dass diese einzelnen Glieder aus mindestens zwei Wörtern bestehen müssen, da es sich sonst nur…

  • Rhetorische Frage

    (griechisch: erótesis, erótema; lateinisch: interrogatio) Eine rhetorische Frage ist eine Frage, auf die keine Antwort erwartet wird, weil sie bereits die Antwort impliziert bzw. wird diese als bekannt angenommen. Die Antwort bildet sich im Kopf des Adressaten. Als antike Meister der rhetorischen Fragen gelten Demosthenes und Cicero. Quintilian zählt sie später zu den Gedankenfiguren. Dem…

  • Periphrase

    (periphrasis, gr. periphrasis, dt. Umschreibung, engl. periphrasis, fzr. periphrase, ital. perifrasi) Der Begriff Periphrase wird aus zwei griechischen Wörtern zusammengesetzt: perî = ringsum, um…herum und phrazo = deutlich machen, zeigen. Eine lateinische Bezeichnung für die Periphrase ist circumscriptio. Zudem gibt es einige Sonderformen, wie die Antonomasie, die Metonymie, das Adynation und die Circumlocutio.

  • Metapher

    (griech. meta = anderswohin, pherein = tragen; lat. metaphora, translatio; dt. Übertragung) Grob gesehen zieht man bei der Metapher ein Wort heran, das logisch gesehen im Satz keinen Sinn ergibt, aber den Inhalt der Aussage verdeutlicht. Die Metapher hat den Zweck, mit wenigen Mitteln etwas zu erklären und zu veranschaulichen. In Metzlers Literaturlexikon gibt es…

  • Klimax

    (dt. Steigerung; griech. klímax, klimatokón schéma, epiploké, epoikodómesis; lat. gradatio, gradatus, catena, ascensus) Dem Terminus ‚Klimax’ entspricht, wörtlich übersetzt, der Begriff ‚Leiter’ oder ‚Treppe’, zurückzuführen auf das griechische Verb ‚lehnen’. Auch die Bezeichnung ‚Kette’ findet man (vgl. HWRh. S. 1106). Um die rhetorische Figur ‚Klimax’ möglichst präzise zu definieren, ist es vorerst notwendig diese in…

  • Ironie

    (dt.Verstellung; griech. eironia; lat. ironia, dissimulatio) Übereinstimmende Meinungen in der Fachliteratur bezeichnen die Ironie als Form der Rede, die das Gesagte der eigentlich vermittelten Aussage konträr gegenüberstellt. Das Gegenteil des Gemeinten wird gesagt. In der Interaktion wird dem Gesprächspartner oft durch übertriebene Gestik, Mimik oder Gebärden die intendierte Botschaft non-verbal vermittelt, sodass dieser die verschlüsselte…

  • Inversion

    (griechisch: anastrophé, lateinisch: inversio, perversio, reversio, inlusio) Bei der Inversion handelt es sich um eine Umstellung von Wort- oder Satzfolgen, genauer gesagt, eine „Umstellung der üblichen, regelmäßigen Wortfolge“ (vgl. Sachwörterbuch der Literatur, S. 418). Die Inversion ist eine Wortfigur und wird auch als Umstellung oder Versetzung bezeichnet.

  • Geminatio

    (dt. Verdoppelung; griech. epízeuxis;lat. epizeuxis, conduplicatio) Die Geminatio ist als Wiederholung einer Sinneinheit (eines Wortes, einer Wortgruppe) innerhalb einer Periode in unmittelbarem Aufeinanderfolgen definierbar. Sie dient der Intensivierung und Hervorhebung. Als Schema dient hier: x (,) x. Als Beispiel ein Schlachtruf von Fußballfans: „Olé, Olé, Olé!“ oder „Immer wieder, immer wieder, Österreich!“

  • Exclamatio

    (griech. ekphônesis, dt. Ausruf/ Aufschrei, engl. exclamation) Der Begriff selbst setzt sich aus den lateinischen Wörtern ex (aus) und clamare (schreien, laut rufen) zusammen. Die Exclamatio ist eine rhetorische Figur bei der ein affektgeladener Ausruf / Aufschrei den Zuhörer emotional berühren und so in seinem Urteil beeinflussen will. Im HWRh wird die Exclamatio als ein…

  • Euphemismus

    (griech.: euphemismos, lat.: euphemismus, Synonym: Beschönigung, dt.: Ersatzwort, Deckwort, Glimpfwort) Allgemein gesprochen handelt es sich beim Euphemismus um eine mildernde oder beschönigende Umschreibung für ein Wort, das unter Umständen als anstößig oder unangenehm empfunden wird.

  • Epiphrase

    (griech. epi= nach, phrazo= deutlich machen, kundtun, sagen. dt. Nachtrag) An eine anscheinend schon abgeschlossene Aussage wird unvermutet noch ein Satzteil oder eine Wortgruppe angehängt. Dadurch wird das, was nachgetragen wird, besonders hervorgehoben. Ein Beispiel aus der journalistischen Textform „Glosse“:

  • Ellipse

    (griechisch: élleipsis, lateinisch: detractio, defectio, defectus) Diese Figur der Kürze (brevitas) zeichnet sich dadurch aus, dass bestimmte Teile des Gesagten bzw. Geschriebenen ausgelassen werden können. Ein Beispiel aus dem Alltagsbereich ist die oft gestellte Frage nach dem Alter – als Antwort gibt man zum Beispiel einfach „39“ an statt vollständig aber umständlich im ganzen Satz…

  • Antithese

    (griechisch: antítheton; lateinisch: contrapositum, contrarium; deutsch: Gegenüberstellung) Einer allgemeinen Definition zufolge ist die Antithese eine „der These gegenübergestellte Behauptung, Gegenbehauptung, Entgegenstellung“ (Wahrig, 184). Daneben bezeichnet die Antithese eine rhetorische Figur. In dieser speziellen rhetorischen Bedeutung kann man sie als Gegenüberstellung gegensätzlicher Begriffe, Gedanken und Gegenbehauptungen definieren.

  • Anticipatio

    (antizipation, dt. Vorwegnahme, engl. anticipation, ital. anticipazione, frz. anticipatio) Diese rhetorische Figur bedeutet soviel wie, „vorher erfassen“ und setzt sich aus zwei lateinischen Begriffen zusammen: ânte = vorher, früher und câpêre= erfassen, ergreifen, nehmen. Richtigerweise müsste es eigentlich antecipatio heißen, üblichweise wird jedoch von anticipatio oder Antizipation gesprochen.

  • Anspielung

    Bei der Anspielung setzt der Redner ein gewisses Hintergrundwissen des Publikums voraus und nimmt (meist nur ansatzweise) darauf Bezug. Als Hintergrundwissen gelten berühmte Zitate, bekannte Volkslieder, historische Daten, Redewendungen und vieles andere. Ein Beispiel:

  • Anapher und Epipher

    Anapher (griech.: anaphorá, lat.: conduplicatio, iteratio (Einzelwort) repetitio (Wortgruppe),   Synonyme: Epanaphora, Prälation, dt.: Rückbeziehung, Wiederaufnahme) Bei der Anapher handelt es sich um eine  Figur auf Wortebene: dasselbe Wort bzw. dieselbe Wortgruppe am Anfang aufeinander folgender Sätze, Satzteile, Verse oder Strophen wird wiederholt.

  • Ambiguität

    (griechisch: amphibolié, lateinisch: amphibolia) Ambiguität bedeutet Mehrdeutigkeit, das heißt, ein Wort, eine Wortgruppe bzw. ein Satz kann mehrere Deutungsmomente beinhalten. Eine weitere Bezeichnung dafür ist Amphibolie; diese gilt zwar als veraltet, wird jedoch noch häufig verwendet. Deutsche Entsprechungsbegriffe sind Doppelsinn oder Zweideutigkeit. Die Ambiguität ist als Gedankenfigur zu klassifizieren.

  • Alliteration

    (englisch: alliteration, französisch allitération, italienisch: alliterazione) Wichtigstes Indiz für die Alliteration ist der Gleichklang der Anlaute von mindestens zwei aufeinanderfolgenden Wörtern. Der Gleichklang kann auch am Ende des Wortes auftreten. In der Dichtung ist diese Figur besonders beliebt, hebt sie ja durch den Gleichklang die gesprochenen bzw. die geschriebenen Stellen merklich hervor und verleiht ihnen…

  • Metapher

    Metaphern, oder sprachliche Bilder, sind die Gewürze in der Küche des Rhetorikers. Mit dieser Metapher aus dem in RhetOn 1/2006 rezensierten Buch „Rede-Diät“ von Lackner & Triebe ist schon viel über Metaphern gesagt. Indem lebhafte Assoziationen wach gerufen werden, wird Interesse geweckt und das Gesagte prägt sich gut beim Publikum ein. Die rechte Hirnhälfte wird…

  • Enumeratio

    Dabei handelt es sich um eine „Aufzählung“, eine „Aneinanderreihung von Einzelelementen“ in einem Text (Studienbuch Rhetorik, S. 100). Der Adressat soll die aufgeführten Einzeldaten bzw. -informationen „zu einem passend erscheinenden“ Bild zusammenführen und sich mit dem „Gedankengang des Autors auseinandersetzen“ (ebd.). Der Zweck dieses Stilmittels ist „höhere Anschaulichkeit“ (ebd.).

  • Anapher

    Der Satzanfang besitzt – ebenso wie dessen Ende – eine inhaltlich ausgezeichnete Stellung. Ihm wird durch die vorangehende Pause die besondere Aufmerksamkeit der Rezipienten zuteil. Deshalb verdient der Satzbeginn auch bei der rhetorischen Gestaltung von Text oder Rede besondere Sorgfalt. Verstärkt werden kann diese akzentuierende Wirkung, wenn der Anfang auf einander folgender Sätze wiederholt wird.…