Rheton ῥητόν

Kategorie: Rhetorische Grundbegriffe

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  • Übersicht: Rhetorische Grundbegriffe

    Ars Attizimus Aufgaben des Redners Exercitatio Iudicium Natura Niveau der Textgestaltung Produktionsstadien Redegattungen Redeteile

  • Ars

    Griechisch: τέχνη; téchnē. Zu Deutsch ist unter dem Begriff der ars die „Kunst, Kunstlehre“ zu verstehen. Die ars bezeichnet jenes Können, das durch die Ausbildung von Fähigkeiten entstanden ist.

  • Attizismus

    Beim Attizismus handelt es sich in der antiken Rhetorik um eine konservative, dem Ideal der Schlichtheit zuneigende Stilrichtung. Er ist aus einer bewundernden Rückbesinnung (imitatio veterum) auf die Redner und Schriftsteller des 4. und 5. Jahrhunderts in Athen (z.B. Demosthenes, oder Thukydides) und ihren schlichten, klaren und bündigen Stil (genus humile) entstanden.

  • Aufgaben des Redners: docere, delectare, movere

    Um die Absicht seiner Rede, die Meinung der Zuhörer entsprechend zu verändern, in eigenem Sinn zu beeinflussen und eine gewünschte Erkenntnis hervorzurufen, erfolgreich zum Ziel zu führen, hat der Redner 3 Hauptaufgaben zu erfüllen. Hierbei stehen ihm drei Vorgehensweisen zur Verfügung (officia oratoris).

  • Exercitatio

    Im griechischen ἄσϰησις; áskēsis; μελέτη; melétē; γυμνασία; gymnasía. In die deutsche Sprache lässt sich exercitatio als „Übung“ übersetzen.[1]

  • Iudicium

    Der griechische Begriff krísis, lateinisch iudicium stellt einen Grundbegriff der Rhetorik dar und wird, seit dem Aufklärer Immanuel Kant, in erster Linie mit dem deutschen Wort „Urteilskraft“ übersetzt. Darunter versteh man ein praktisches Einschätzungsvermögen hinsichtlich der angemessenen Auswahl und dem adäquaten Einsatz verschiedener Überzeugungsmittel. Ziel ist es, in einer konkreten Situation möglichst überzeugend zu agieren.…

  • Natura

    Natura, auf Griechisch φύσις; phýsis lässt sich als „natürliche Anlage“ ins Deutsche übersetzen. Durch sie erlangt ein Mensch die Fähigkeit das Reden zu gestalten. Des Weiteren ist die natura die individuell ausgeprägte Basis für das kunstvolle Reden, das durch die lehrbare Redekunst (docrina, ars) und Übung (exercitatio, usus) erworben wird.[1]

  • Niveau der Textgestaltung

    Demetrios Im Gegensatz zu der in der Antike üblichen Dreistillehre kreierte ein gewisser, bis heute nicht identifizierter Demetrios im ersten Jahrhundert vor Christus ein System mit vier Charakteren: einem großartigen/erhabenen (charakter megaloprepes), einen schlichten/einfachen (charakter ischnos), einen eleganten/glatten (charakter glaphyros) und einen gewaltigen (charakter deinos).

  • Produktionsstadien

    inventio Das griechische Wort heuresis, lateinisch inventio oder deutsch Auffindung/Erfindung findet seinen Ursprung in der Antike und stand für das Finden von Stoffen in allen Teilen der Rede, als erstes der fünf Produktionsstadien der Rede. Heute wird der Begriff mit dem Eruieren evidenter Argumentationen gleichgesetzt. Diese Auffindung wahrer oder zumindest schlüssiger und wahrscheinlicher Beweisführungen bildet…

  • Redegattungen (genera orationis)

    Die Unterscheidung in Redegattungen ist durch Aristoteles festgelegt worden; sie findet sich allerdings bereits in älteren Überlegungen zur Rhetorik (z.B. bei Anaximenes von Lampsakos). Aristoteles hält in seiner Rhetorik[1] den Zuhörer für das entscheidende Kriterium für die Bestimmung der Redegattung: man kann eine Rede hören, um sie wegen eines gegenwärtigen Anlasses zu genießen (Lobrede) oder…

  • Redeteile

    prooemium Der Begriff des prooemium leitet sich vom alt-griechischen Wort prooimion ab und stellt ursprünglich den Beginn nicht dramatischer antiker Dichtung dar. In der antiken Rhetorik wird das prooemium als Einleitung einer Rede bezeichnet. Der sophistischen Schulrhetorik folgend, liegt das Ziel hierbei bei der Vorbereitung der Hörer im Darlegen eines Anliegens, dem Bitten um Aufmerksamkeit…