Rheton ῥητόν

Figuren im Rahmen der klassischen Rhetorik

 

Die rhetorischen Figuren werden seit den ersten uns erhaltenen Kunstlehren in Wort- und Gedankenfiguren unterschieden. Sie zählen seitdem zum festen Inventar einer Vollrhetorik. Als Anleitung zur Optimierung der sprachlichen Form gehört die Figurenlehre in den Arbeitsschritt der elocutio (-> Produktionsstadien). Bereits im Hellenismus muss es Bestrebungen gegeben haben, die Figuren lemmatisch, also in Listen, zu sammeln und so als praktikable Handreichung zu organisieren. Seit dem 1. Jhd. v.Chr. können wir solche Traktate von „Schematographen“ nachweisen. Benennung und Inhalt der Figuren sind seit jeher ein Problem, ebenso die Frage, was überhaupt einen sprachlichen Ausdruck zur Figur mache. In der Antike hat sich aber die Theorie durchgesetzt, dass die Figur eine Devianz vom „normalen“ Ausdruck kennzeichnet, die von genuin rhetorischen Absichten determiniert ist.

Übersicht zu den Figuren im Rahmen der klassischen Rhetorik auf der Grundlage der antiken Autoren.

Thomas Schirren, Figuren im Rahmen der klassischen Rhetorik, in: U. Fix u.a., Rhetorik und Stilistik. Ein internationales Handbuch historischer und systematischer Forschung, 2 (Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 31.2), Berlin / New York, 2009, 1459–1485.